|
(0) |
Ein Bekannter hat mir gesagt, dass man mit so genannten Discount-Zertifikaten an der Börse Geld verdienen kann, wenn die Aktienkurse weder steigen noch sinken. Stimmt das und was sind eigentlich Discount-Zertifikate?
Grundsätzlich stimmt das, ist aber auch mit entsprechenden Risiken verbunden. Discount-Zertifikate sind eher komplizierte Anlageprodukte, deren Wert von der Entwicklung einer Aktie oder eines Index abhängt.
Im Unterschied zur Aktie hat das Zertifikat einen festgelegten Höchstwert. Der Besitzer eines Zertifikats hat also eine beschränkte Gewinnchance, weshalb er es im Vergleich zur Aktie verbilligt bekommt - eben mit einem Discount. Das Zertifikat hat ausserdem eine festgelegte Laufzeit, in der Regel 3 bis 18 Monate.
Ein Beispiel: Der Kurs einer Aktie liegt bei Fr. 100.-. Das Discount-Zertifikat ist für Fr. 80.- zu haben. Der höchstmögliche Gewinn des Zertifikats ist auf Fr. 110.- begrenzt.
Liegt der Aktienkurs am Ende der Laufzeit bei mindestens Fr. 110.-, bekommt der Käufer diesen Betrag abzüglich Gebühren ausgezahlt. Bleibt der Kurs der Aktie unter Fr. 110.-, erhält der Kunde eine Aktie. So macht er durch den verbilligten Kauf des Papiers einen kleinen Gewinn.
Sinkt der Aktienkurs bis zum Ende der Laufzeit unter Fr. 80.-, hat der Kunde die Aktie zwar zu teuer gekauft, aber der Verlust ist geringer, als wenn er die Aktie direkt, für Fr. 100.-, erworben hätte.
Discount-Zertifikate eignen sich also grundsätzlich für Anleger, die nicht an stark steigende Kurse glauben. Bei gleich bleibendem oder leicht steigendem Aktienkurs können die Gewinne des Zertifikats schon ansehnlich sein. Und erst, wenn der Aktienkurs unter den Ausgabepreis des Zertifikats gesunken ist, gibts Verlust.
Bei einem Kurssturz der betreffenden Aktie hat aber auch der Besitzer des Discount-Zertifikats einen massiven Verlust. K-Geld rät deshalb Kleinanlegern, weder in einzelne Aktien noch in von Einzeltiteln abhängende Zertifikate zu investieren.
(wil)
25. Mai 2005